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Souveräne Systeme3 Min. Lesezeit

Lokale KI oder Cloud: Welche Architektur passt?

Ein Modell auf eigener Hardware kann sensible Arbeit unterstützen. Ein Cloud-Dienst kann Zugang zu zusätzlicher Kapazität und anderen Modellen bieten. Welche Variante passt, ergibt sich aus dem vollständigen System: den erlaubten Datenwegen, der benötigten Leistung und der Fähigkeit, den Betrieb dauerhaft zu verantworten.

Auf einen Blick

  1. 01

    Erfassen Sie den Datenweg vom Quelldokument bis zu Protokollen und Sicherungen.

  2. 02

    Prüfen Sie Zugriffsrechte und Betriebspflichten unabhängig vom Standort des Modells.

  3. 03

    Vergleichen Sie lokale, private und Cloud-Optionen mit demselben realistischen Workflow.

Zuerst den Datenweg zeichnen

Beginnen Sie bei den Informationen, die ein Nutzer oder Fachsystem einliefert. Wohin gelangen Dokumente, Suchanfragen und gefundene Textstellen? Welche Dienste erstellen Suchindizes oder numerische Textrepräsentationen? Wo landen Antworten, technische Protokolle und Sicherungskopien? Auch Identitätsdienste, Überwachung und angebundene Werkzeuge gehören in dieses Bild. Für jeden Übergang braucht es einen nachvollziehbaren Zweck und eine passende Zugriffsregel.

NISTs Zero-Trust-Architektur leitet Vertrauen nicht allein aus dem Netzwerkstandort ab. Das ist auch hier ein hilfreicher Grundsatz: Ein lokal erreichbarer Dienst braucht weiterhin Authentifizierung und Berechtigungen. „Lokal“ beschreibt einen Betriebsort. Datenschutz und die Erfüllung konkreter Vorgaben hängen zusätzlich von Konfiguration, Prozessen und tatsächlicher Nutzung ab.

Abbildung 01

Ein Workflow, mehrere Betriebswege

ALokal

Daten und Inferenz auf eigener Infrastruktur.

BPrivate Cloud

Dedizierter Betrieb mit vereinbarten Kontrollrechten.

CHybrid

Aufgaben bewusst über Betriebsgrenzen verteilen.

Die gesamte Datenstrecke prüfen
QuellenRetrievalModellWerkzeuge

Identitäten · Protokolle · Backups · Updates · Support

Konzeptionelle Gegenüberstellung von lokalem Betrieb, Private Cloud und Hybridbetrieb. Zu jeder Variante gehören Datenzugang, Identität, Verarbeitung, Protokollierung und Sicherungen.

Lokaler Betrieb braucht einen Eigentümer

Eigene Infrastruktur ist besonders prüfenswert, wenn ein Workflow ohne externe Modellverbindung arbeiten soll oder feste Grenzen für Datenübertragungen bestehen. Dazu gehört eine nüchterne Betriebsplanung: Wer aktualisiert das System, verwaltet Schlüssel und behandelt Ausfälle? Wer kontrolliert Speicherorte, Backups und Löschfristen? Diese Aufgaben bleiben bestehen, auch wenn die Modellsoftware leicht zu installieren ist.

Selbst die Bezeichnung einer lokalen Laufzeit reicht nicht als Nachweis. Ollama dokumentiert beispielsweise einen gesonderten Modus, der Cloud-Modelle und Websuche deaktiviert. Für eine konkrete Installation müssen solche Einstellungen und ergänzende Anwendungen zusammen geprüft werden. Testen Sie außerdem realistische Dokumentlängen und gleichzeitige Nutzer. Ein Modell, das in den Speicher passt, erfüllt damit noch keine vereinbarte Antwortzeit unter Last.

Cloud-Eigenschaften konkret vereinbaren

Bei einem Cloud-Angebot zählen der konkrete Dienst, seine Konfiguration und die vereinbarten Bedingungen. Microsoft unterscheidet für Foundry etwa zwischen Verarbeitungsorten verschiedener Bereitstellungstypen und der Speicherung durch zustandsbehaftete Funktionen. Eine Aussage zum Modelltraining beantwortet deshalb nicht zugleich die Frage, welche Inhalte für den Betrieb gespeichert oder verarbeitet werden.

Für den eigenen Workflow sollten Datenverantwortliche und Betrieb gemeinsam klären, welche Funktionen genutzt werden dürfen, wer Zugriff erhält und wie Aufbewahrung sowie Löschung funktionieren. Prüfen Sie auch Fehlersuche und Support: Welche Inhalte würden dabei sichtbar? Halten Sie die tatsächlich gewählten Optionen fest. Produktnamen oder eine ausgewählte Region ersetzen diese Beschreibung nicht. Änderungen an Funktionen oder Einstellungen müssen später erneut beurteilt werden.

Hybrid an einer überprüfbaren Grenze aufbauen

Eine hybride Architektur kann Daten lokal vorverarbeiten und ausgewählte Aufgaben an einen externen Dienst geben. Die Grenze muss jedoch inhaltlich definiert sein. Wenn eine lokale Suche vertrauliche Passagen an ein Cloud-Modell übergibt, haben diese Passagen den lokalen Bereich verlassen. Auch eine Zusammenfassung kann sensible Informationen enthalten. Legen Sie deshalb fest, welche Daten übertragen werden dürfen und was bei unklarer Einstufung geschieht.

Vergleichen Sie die zulässigen Varianten anschließend anhand desselben Referenz-Workflows: fachliche Qualität, Antwortzeit, Ausfallverhalten, laufender Aufwand und Wechselmöglichkeiten. Ein kurzer Betriebsversuch sollte auch einen verlorenen Netzwerkzugang oder einen nicht erreichbaren Dienst umfassen. Die passende Architektur ist diejenige, deren Leistungsfähigkeit und Grenzen Ihr Team nachweisen und im Alltag tragen kann.

Ihr nächster Schritt

Den Betriebsweg am Workflow prüfen

Bringen Sie eine anonymisierte Aufgabe und Ihre Vorgaben zum Datenzugriff mit. Daraus lässt sich ein sinnvoller Pilotrahmen ableiten.

Betriebsoptionen besprechen

Quellen & Vertiefung

  1. NIST · Zero Trust Architecture

    Begründet, warum der Netzwerkstandort allein keine Vertrauens- oder Zugriffsentscheidung trägt.

  2. Ollama · FAQ

    Dokumentiert lokale Ausführung und das explizite Abschalten von Cloud-Funktionen.

  3. Microsoft · Data, privacy, and security for Foundry Models

    Beschreibt dienstabhängige Verarbeitungsorte und Datenspeicherung. Beispiel für eine konkrete Anbieterprüfung.